Dieser Text ist eine Ausdruck aus dem Internetangebot der Physiotherapiepraxis Sonnenberg: http://www.praxis-sonnenberg.de

Bessere Alltagsbewältigung für Menschen mit Behinderung

Ob Querschnittslähmung, Schlaganfall oder Glasknochenkrankheit – viele der betroffenen Menschen haben eines gemeinsam: Ihre Behinderung hat große Auswirkungen auf den Alltag. Täglich stehen sie vor neuen Hindernissen und der Herausforderung, ihre Selbstständigkeit soweit wie möglich zu bewahren. Mehr als acht Millionen Menschen mit Behinderungen leben in Deutschland, rund 4,5 Millionen sind körperlich behindert. Zur besseren Bewältigung ihres Alltags benötigen die meisten eine physiotherapeutische Behandlung. Ein speziell auf die Behinderung abgestimmtes Behandlungs­programm beim Physiotherapeuten ist notwendig, um körperliche Funktionen z. B. der Muskulatur zu verbessern und somit Aktivitäten des täglichen Lebens zu ermöglichen. Bei behinderten Menschen ist die Bewegungs- und Handlungsfreiheit wichtiges Ziel der Therapie, um die Selbstständigkeit des Einzelnen zu erhalten oder zu erhöhen.

Ursachen und Therapie

Behinderungen können Menschen vom Säugling bis ins hohe Alter treffen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Sie können angeboren sein, durch einen Unfall entstehen oder z. B. aufgrund einer neurologischen Erkrankung auftreten. Dementsprechend vielfältig ist auch die physiotherapeutische Behandlung. Sie richtet sich nach der Behinderung und den individuellen Problemen der Betroffenen. Ein Schwerpunkt liegt jedoch meist auf dem Training koordinierter Bewegungsabläufe. Insbesondere qualifizierte Behandlungsmethoden wie die Vojta- oder Bobath-Therapie dienen dabei dem Vorbereiten und Einüben von Alltagsbewegungen sowie dem Umgang mit Hilfsmitteln, wie z. B. dem Rollstuhl. Die Physiotherapie hilft behinderten Menschen dabei, ihre Handlungsfähigkeit im persönlichen, sozialen und beruflichen Lebensbereich auszuweiten. Auch die Anleitung der Angehörigen zählt zu den Aufgaben der Physiotherapeuten.

Ein Beispiel: Glasknochenpatient

Medizinisch heißt sie osteogenesis imperfecta – die seltene aber folgenschwere Glasknochenkrankheit. Es handelt es sich um eine erbliche Behinderung mit extrem hoher Knochenbrüchigkeit und schwachem Bindegewebe. Schon kleinste Stöße können zu Knochenbrüchen führen. Folge sind Verformungen durch fehlerhafte Heilung. Zur Entlastung des Knochengerüsts sind orthopädische Stütz- und Halteapparate sinnvoll. Zudem können implantierte Nägel die Knochen nachhaltig stabilisieren. Die Behinderung tritt häufig bereits im Säuglingsalter auf: bei sieben von 100.000 Neugeborenen. In Deutschland gibt es schätzungsweise 4.000 bis 6.000 Glasknochenpatienten. Betroffene müssen körperliche Belastung vermeiden, da bereits starke Muskelanspannung zu Knochenbrüchen führen kann.

Eine spezielle Physiotherapie ist daher bereits bei Kindern wichtiger Bestandteil der Therapie, um einer abnehmenden Muskelspannung – der sogenannten muskulären Hypotonie – entgegenzuwirken. Auch Stützübungen oder Gewichtsverlagerungen sind hier sehr sinnvoll. Oberstes Ziel der Physiotherapie ist bei dieser Behinderung eine Aktivierung der Muskulatur. Durch regelmäßige physiotherapeutische Übungen und ein wohldosiertes Eigentraining wird vor allem die stützende Muskulatur aufgebaut, die das brüchige Skelett entlastet.

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Alle hier präsentierten Texte dienen ausschließlich der persönlichen Information. Sie stellen keine Beratung in Gesundheitsfragen dar und können diese in keinster Weise ersetzen. Suchen Sie daher bei Verdacht auf eine Erkrankung immer unverzüglich Ihren Arzt auf.