Im Alltag begegnet man häufig Menschen unterschiedlichen Alters, die auffällig gehen, Anlaufschwierigkeiten haben oder an der Überwindung von Bordsteinkanten zu scheitern drohen. Ihr Gesichtsausdruck ist merkwürdig maskenhaft. Dies sind Symptome für eine neurologische Parkinsonerkrankung. Ein Krankheitsbild, das ohne adäquate Behandlung u.a. zur totalen Bewegungsunfähigkeit führen kann.
Die Physiotherapie (Krankengymnastik) hat bei der Behandlung der Patienten einen hohen Stellenwert. Bewegungsschulungen, bewegungserhaltende Maßnahmen, Konditions- und Koordinationstraining, aber auch die von PhysiotherapeutInnen empfohlenen Hilfsmittelversorgungen tragen dazu bei, die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern und helfen bei der Bewältigung des Lebensalltags.
Ein Unfall im Straßenverkehr, beim Sport oder im Haushalt und das Unvorstellbare ist Realität: querschnittsgelähmt, Gliedmaßen amputiert – behindert. Plötzlich ist nichts mehr so wie vorher. PhysiotherapeutInnen helfen bei der Bewältigung des veränderten Alltags.
Vieles müssen die Patienten neu erlernen. Nicht nur die Akzeptanz ihrer Behinderung, sondern auch den Umgang mit Prothesen, Gehhilfen oder dem Rollstuhl. Die Physiotherapie ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Die TherapeutInnen helfen, bisher ungeübte Bewegungsabläufe zu erlernen, wichtige Muskelpartien zu stärken und die allgemeine Koordinationsfähigkeit zu trainieren. Doch auch bei der Behinderten gerechten Ausstattung von Haus oder Wohnung stehen KrankengymnastInnen beratend zur Seite.
Auf Reisen in Bus oder Auto öffnen Reisende gern die Fenster, drehen die Klimaanlage auf und setzen sich der Zugluft aus. Nicht selten bezahlen sie die kühle Brise am Tag nach der Fahrt mit einem „steifen Nacken“. Schulter- und Nackenmuskulatur sind verspannt, der Kopf kann kaum gedreht werden. Starke Schmerzen und eine Beeinträchtigung im Alltag bis hin zur Arbeitsunfähigkeit sind die Folge. Jetzt ist therapeutische Hilfe nötig – rechtzeitig, bevor die Beschwerden chronisch werden.
Besser als Spritzen oder Medikamente ist in der Regel eine Behandlung durch PhysiotherapeutInnen. Diese sind Fachleute auf dem Gebiet des Bewegungsapparates. Behandelt wird auf Basis einer ärztlichen Verordnung. Bei der Krankengymnastik werden Muskeln zunächst z.B. durch Moorpackungen oder "Massagen2 entspannt und durchblutet. Gelenke der Hals- und Brustwirbelsäule lassen sich wieder mobilisieren. Physiotherapie arbeitet somit direkt an der Behebung der Ursachen. Die Schmerzen lassen nach.
Der/die PhysiotherapeutIn (früher KrankengymnastIn) arbeitet gemeinsam mit dem Patienten daran:
Gestützt auf die Diagnose des Arztes, erstellt der Physiotherapeut seinen Befund. Das heißt, er untersucht den Patienten, um die Art von Funktionsstörungen bzw. Schmerzen festzustellen.
Zur Behandlung stehen dem Physiotherapeuten verschiedene Behandlungstechniken zur Verfügung, die er entsprechend den Ergebnissen seiner Befunderhebung einsetzt. Dazu gehören zunächst Grundtechniken der Physiotherapie, aber auch spezielle Verfahren, wie z.B. "Manuelle Therapie", Cyriax, "Bobath" und Vojta, die der Therapeut durch gezielte Weiterbildungen erlernt. Die Physiotherapie umfasst außerdem das gesamte Spektrum der physikalischen Therapie, wie z.B. Massage, Elektro-, Thermo- und Hydrotherapie, das begleitend eingesetzt wird.
Zu den Aufgabenfeldern eines Physiotherapeuten gehören die medizinischen Bereiche der:
Die Physiotherapie bietet dabei ein großes Behandlungsspektrum. Bei Erkrankungen aus jedwedem medizinischen Fachbereich in allen Altersstufen (vom Säugling bis zum Senioren) hilft die Physiotherapie mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.
Genannt werden können hier z.B.:
Einsatz findet sie auch im Rahmen der Geburtshilfe, des Wochenbetts sowie bei der Rückbildungsgymnastik.
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